, Bosch André

Vortrag "Krankheiten und Schädlinge im Obstbau"

Am 13. März lud der Obst- und Gartenbauverein Notzingen zu einem informativen Abend rund um das Thema Krankheiten und Schädlinge im Obstbau ein. Zahlreiche interessierte Gäste fanden den Weg ins Ristorante Pizzeria l‘Italiano im Eichert. Referentin des Abends war Jana Gneiting, Obst- und Gartenbauberaterin am Landratsamt Esslingen und gab einen umfassenden Überblick über die häufigsten Probleme, die im Obstbau auftreten können, um sich über aktuelle Herausforderungen und Gegenmaßnahmen zu informieren.

Zu Beginn des Vortrags ging es um Umweltschäden, die Obstbäume zunehmend belasten. Neben den Hagelschäden der vergangenen Jahre, von denen viele Bäume noch heute gezeichnet sind, standen besonders die Spätfröste im Mittelpunkt. Durch die Klimaveränderungen beginnen Obstbäume immer früher zu blühen, wodurch das Risiko für Frostschäden steigt. Auch starke Temperaturschwankungen können zu Frostrissen führen, die ideale Eintrittspforten für Krankheiten darstellen. Als vorbeugende Maßnahme wurde unter anderem das Weißeln der Stämme mit einem Kalkanstrich empfohlen.

Anschließend ging Jana auf die sogenannten phytopathogenen Erreger ein – Viren, Bakterien und Pilze, die Obstbäume auf unterschiedliche Weise schädigen können. Dazu zählen Monilia, Apfelschorf, echter Mehltau sowie der besonders ernstzunehmende schwarze Rindenbrand. Gerade auf Streuobstwiesen lohnt es sich, auf robuste, weniger anfällige Sorten zu setzen.

Im weiteren Verlauf widmete sich Jana den tierischen Schädlingen, die im Obstbau regelmäßig auftreten. Zu den bekanntesten gehört der Apfelwickler, dessen Larven das typische „Wurmloch“ verursachen. Auch Blattläuse wurden thematisiert, die junge Triebe schwächen. Seit mehreren Jahren nicht mehr wegzudenken ist ebenfalls die Kirschessigfliege, die bevorzugt ihre Eier in reife rote Früchte ablegt. Ein weiteres Thema waren die Misteln, die in vielen Regionen zunehmend zum Problem werden. Diese entziehen den Bäumen über die Saugwurzeln Wasser und Nährstoffe. Zudem verbreiten sich die Samen durch Vögel schnell weiter, sodass neue Infektionen kaum vollständig zu verhindern sind. Das konsequente Entfernen der Misteln gilt als wichtige Maßnahme.

Zum Abschluss hob die Referentin die Bedeutung der Nützlinge hervor. Viele Schädlinge lassen sich nicht allein durch menschliche Maßnahmen regulieren, sondern vor allem durch ein funktionierendes ökologisches Gleichgewicht.

Der OGV bedankt sich nochmal herzlich bei Jana Gneiting für den informativen und praxisnahen Vortrag. Ebenso gilt der Dank den zahlreichen interessierten Zuhörern.