, Rueß Harold
Rosenzauber auf der Insel Mainau
Rosenzauber auf der Insel Mainau
Als besonderer Höhepunkt im Jubiläumsjahr machte der Obst- und Gartenbauverein Notzingen am Samstag, den 19.Juni 2004 einen Ausflug an den Bodensee. Bei trübem, wechselhaftem Wetter und nicht all zu guten Vorhersagen stiegen wir in den Bus, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Über die Autobahn fuhren wir zunächst bis zum neuen "Echterdinger Ei" und dann auf der B 27 weiter bis zur Autobahnanschlussstelle Rottweil. Zwischenzeitlich kam die Sonne öfter zum Vorschein, so dass es immer wieder stimmungsvolle Landschaftseindrücke mit Mohn- und Rapsfeldern vor der blauen Mauer der Schwäbischen Alb gab. Weiter auf der Autobahn machten wir an der Raststätte "Hegaublick" eine kleine Pause. Leider konnte man die auf der Panoramakarte aufgezeigten Aussichtspunkte der Alpen wegen der tief hängenden Wolkendecke nicht erkennen und fuhren alsbald unserem Ziel entgegen.
Nach dem Verteilen der Eintrittskarten gingen wir erwartungsvoll auf die Insel Mainau. Jeder konnte nun den Park für sich entdecken. Bereits auf der schönsten Promenade lockten die Dufterlebnisse der in voller Pracht erblühten 800 Rosensorten unsere Nasen. Besonders wertvoll sind die alten Rosen, darunter viele Wildformen, die wohl schon vor 3000 Jahren die Gärten des Orients geschmückt haben. Neben den Wildrosen gibt es hier teilweise neueste Züchtungen von öfter- und dauerblühenden Rosen-Hybriden. Überwältigend war der Italienische Rosengarten mit seiner charakteristischen geschwungenen Treppe auf der Südseite des Schlosses. Den äußeren Rahmen der Anlage bildet eine Pergola mit Kletterrosen sowie Schling- und Kletterpflanzen. Der Garten selbst widmet sich den Edelrosen älterer und neuer Züchtungen. Floribunda- und Polyantharosen erfreuten mit großer Blütenfülle. Rosenhochstämme gliedern die Anlage und brachten uns den teilweise intensiven Duft dieser Blumen nahe. Die Zeit war wie im Fluge vergangen, als wir um 14.15 Uhr unser Schiff bestiegen.
Großen Spaß hatten die Kinder, als die frische Brise auf der Überfahrt nach Überlingen um ihre Nasen wehte. Nach einem fahrplanmäßiger Stop in Unteruhldingen konnte man die Pfahlbauten von Bord aus sehen. An der Schiffsanlegestelle in Überlingen erwartete uns Herr Späth zur Stadtführung. Nach seinen teilweise satirischen Ausführungen zur umstrittenen Brunnenskulptur an der Schiffsanlegestelle kamen wir nicht mehr aus dem Staunen, als die Türe zum Ratssaal geöffnet wurde. Der im Original erhaltene Renaissance-Saal aus dem Jahre 1492, ganz in Lindenholz geschnitzt, zeigt den Aufbau der mittelalterlichen Stände. Mehr als 40 Statuen hat Bernhard Russ in 2 Jahren geschnitzt und zu einem Arkadenfries zusammengefügt, was den Saal als einer der schönsten in Süddeutschland erscheinen lässt. Eine weitere Besonderheit dieser eindrucksvollen Führung war, nach dem Besuch des Münsters St. Nikolaus mit seinem bekannten Hochaltar von Jörg Zürn, die einfache spätgotische St. Jodokkapelle mit ihren sehenswerten Fresken des 15.-17. Jh. vom Jakobsweg. Durch den ehemaligen Stadtgraben erreichten wir die oberen Parkanlagen. Besonders sehenswert ist die Kakteengruppe mit 80-90 Arten, die größte im Freien gehaltene Sammlung ihrer Art in Deutschland, wo auch die Führung endete.
Den Tag ließen wir mit einem hervorragenden Abendessen im "Storchen" in Oberuhldingen fröhlich ausklingen. Mit vielen Eindrücken traten wir gegen 20 Uhr, mit einsetzendem Regen, unsere Heimreise an. Alle waren sich einig, das nächste Mal gehen wir wieder mit.